Bezirke
Navigation:
am 8. Mai

Kühle Meile Zieglergasse

Markus Reiter - Gemeinsam gegen die Klimakrise - Zieglergasse wird zur ersten klimaangepaßten Straße Wiens

Bis Ende des Jahrhunderts rechnen die Wissenschaftler in Neubau mit 50
bis 55 extremen Hitzetagen pro Jahr. Damit gehört der 7. Bezirk zu
den vom Klimawandel stark betroffenen Gebieten Wiens. Mit der
Neugestaltung der Zieglergasse entsteht jetzt das Pilotprojekt, das
zeigt, wie man Hitzetage auch im dicht bebauten Neubau erträglich
machen kann. Am Freitag hat die Stadt Wien die Details der neuen
Grünoase quer durch den Bezirk präsentiert.

Die zunehmend heißen Sommertage sind eine große Belastung für die
BewohnerInnen der Stadt. Besonders Kinder, kranke und alte Menschen
und Haustiere leiden unter hohen sommerlichen Temperaturen. Um
nachhaltig Abhilfe zu schaffen, verwandeln die Bezirksvorstehung für
den 7. Bezirk und die für Straßenbau zuständige
Magistratsabteilung 28 die Zieglergasse heuer in eine sogenannten
„Kühle Meile“ – Wiens erste klimaangepasste Straße: Gezielte
Umbaumaßnahmen, Begrünung sowie Kühlbögen und
Wasserentnahmestellen erhöhen die Lebensqualität auch an heißen
Tagen.


Auswirkung des Klimawandels – städtische Hitzeinseln

„Klima und Zusammenhalt sind die größten Herausforderungen für die
Zukunft der kommenden Generationen. Es reicht nicht mehr zu hoffen,
wir müssen auch handeln. Gerade die inneren Bezirke Wiens wie der
7. Bezirk mit wenigen Grünflächen sind besonders betroffen. Studien
prognostizierten für diese Gebiete bis Ende des Jahrhunderts 50 bis
55 extreme Hitzetage pro Jahr – mit massiven Folgen für die
Gesundheit. Umso mehr freut es mich, dass wir mit dem Pilotprojekt
„Kühle Meile Zieglergasse“ in Neubau durch effektive
Umbaumaßnahmen der Überhitzung gezielt entgegenwirken. Die
Zieglergasse könnte damit Vorbild für ganz Wien sein“, betont die
designierte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein.


„Wir beginnen jetzt und hier mit unserem Pilotprojekt „Kühle Meile
Zieglergasse“. Zumindest das können wir heute für die nächste
Generation tun“, plädiert Mag. Markus Reiter, Bezirksvorsteher
Neubau (Die Grünen). „Mit der „Kühle Meile Zieglergasse“ schaffen wir
Lebensraum, der Hitzetage auch im dicht bebauten Neubau erträglich
machen wird. Die vollständige, positive Wirkung dieser Maßnahmen
werden wir schon in drei bis fünf Jahren spüren können.“


Laut Reiter ist das Projekt schon jetzt
ein Best-practice-Beispiel für die Klimawandelanpassung in Wien.
Entlang von gut einem Kilometer werden 24 Bäume für Beschattung
sorgen. Wasserentnahmestellen bieten Erfrischung für Menschen und
Tiere. Mit Kühlbögen können bestimmte Straßenabschnitte effektiv
um mehrere Grad gekühlt werden. Diese Maßnahmen helfen die
Lebensqualität auch bei zunehmender Hitze in der Stadt zu erhalten.

„Nach dem im Vorjahr durchgeführten Wasserleitungstausch der MA 31 über
weite Abschnitte der Zieglergasse steht der Neugestaltung des
Straßenraumes nichts mehr im Wege. Im Zentrum des Umbaus stehen die
helle Pflasterung der Straße, natürliche Beschattung oder kühlendes
Nass“, sagt DI Thomas Keller, Dienststellenleiter der MA 28 –
Straßenverwaltung und Straßenbau. „Insgesamt sorgen vier
Kühlbögen, fünf Pergolen mit Sitzelementen, 32 Einzelsessel, fünf
Hydrantenaufsätze und 24 Bäume für eine hohe Aufenthaltsqualität
an heißen Sommertagen in der Stadt. Zwischen Apollogasse und
Lerchenfelder Straße wird die Begrünung mit 20 neuen Bäumen enorm
erhöht“, ergänzt Keller.


​Maßnahmen gegen Hitze


Im Vordergrund des Klimaanpassungprojekts „Kühle Meile“ steht das
Wohlbefinden von Mensch und Tier. Mit den Bepflanzungen,
Möblierungen, Bänken, Wasserentnahmestellen und Kühlelementen
entstehen natürlich beschattete Orte für Begegnung. Auch für Hunde
entstehen Vorteile an heißen Sommertagen, sie profitieren von
Trinkbrunnen und Beschattungen in der „Kühle Meile“.


Folgende Bereiche erhalten besondere Aufmerksamkeit bei der Umgestaltung:


  • Vor der Volksschule auf Höhe der Zieglergasse 21


  • Häuserrücksprung auf Höhe der Hausnummern 34/34A


  • Kreuzungsplateau mit der Westbahnstraße


  • Bereich zwischen Badhausgasse und Lerchenfelder Straße




An diesen Stellen kommen zusätzliche
Gehsteigerweiterungen, sogenannte Sitz-Schatten-Module, neue
Grünflächen, Kühlbögen und zusätzliche Trinkwasseraufsätze bei
den bestehenden Hydranten.


Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer bekommen insgesamt 150 Stellplätze, die auf dem
gesamten Abschnitt verteilt werden. Durch die Entfernung der Ampel am
Kreuzungsplateau Zieglergasse/Westbahnstraße ergeben sich
zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für
geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen (Fahrbahnanhebungen) und
verbesserte Sichtbeziehungen (Gehsteigvorziehungen). Die vorab
geprüfte Veränderung bringt eine erhöhte Verkehrssicherheit mit
sich.


Die Gesamtkosten für die Neuadaptierung der Zieglergasse nach den
notwendigen Wasserrohrarbeiten belaufen sich auf rund 2,4 Mio. Euro.
70 Prozent (ca. 1,7 Mio.) werden aus dem Zentralbudget der Stadt Wien
(der Großteil davon aus der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung,
Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

sowie weitere 80.000 Euro von der Geschäftsgruppe Umwelt und Wiener
Stadtwerke für Grünraumgestaltung) getragen. Die verbleibenden,
circa 30 Prozent der Kosten werden vom Bezirk Neubau getragen.